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Die weiße Rose

Schauspiel von Jutta Schubert | Regie: Doris Hofmann

1940 beginnt Hans Scholl an der LMU München sein Medizinstudium und freundet sich mit einigen Kommilitonen an. Am 23. Juli 1942 werden er, Alexander Schmorell, Willi Graf und weitere Freunde fur drei Monate als Sanitater an die Ostfront abkommandiert. Als ≫Hilfsarzte≪ sind die jungen Medizinstudenten unmittelbar mit der brutalen Realitat des Vernichtungskrieges konfrontiert.
Nach ihrer Rückkehr steht fest: der Krieg kann, nein, er darf nicht gewonnen werden! Aus der Freundschaft und der kritischen Einstellung zum herrschenden Regime erwachst der zunächst passive, dann aktive Widerstand gegen den Nationalsozialismus unter dem Namen ≫Die Weise Rose≪. Mit der Zeit schließen sich immer mehr Freunde an. Ab Sommer 1942 rufen sie in München mit Flugblättern gegen die NS-Diktatur und zur Beendigung des Krieges auf. Auch in anderen deutschen Städten schließen sich Helfer und Helferinnen der Widerstandsgruppe an; Ende 1942 auch Professor Kurt Huber.

Das sensible Schauspiel von Jutta Schubert spürt den Menschen hinter den zu Symbolfiguren gewordenen und holzschnittartig verklärten Mitgliedern der »Weißen Rose« nach. Menschen mit Stärken und Schwächen, Ängsten und Hoffnungen, die gemeinsam die Kraft fanden, einem unmenschlichen System entgegenzutreten.

Tatsächlich sind die Mitglieder der »Weißen Rose« nicht von vornherein gegen das Regime oder den Krieg eingestellt. Der innere Widerstand wächst über mehrere Jahre, genährt durch Erlebnisse an der Front. Hans Scholl ist zu Beginn begeisterter Anhänger des Regimes und überzeugt vom Krieg, den das Deutsche Reich mit seinen Verbündeten gegen den Rest der Welt
führt. Doch diese Überzeugung bekommt erste Risse, als er sich während des Studiums zusammen mit Alexander Schmorell auf ihren Einsatz vorbereitet: sie lernen Willi Graf kennen, der ab 1941 als Sanitäter in Serbien, Polen und der Sowjetunion eingesetzt und dort Augenzeuge des Eroberungs- und Vernichtungskriegs wurde.
Bei ihrem dreimonatigen Einsatz an der Ostfront 1942 verbringen die Freunde aus der Studentenkompanie mehrere Wochen
gemeinsam. Ein tiefes Gemeinschaftsgefühl entwickelt sich. »Oft gelang es, ein vernünftiges Gespräch zu führen, und manche Nacht verging wohl bei solchem Reden. Wir lasen zusammen, wir sangen, wir teilten das Essen. (…) es wird sich wohl erst zeigen, welchen Sinn dieses Zusammenleben hatte«, schreibt Willi Graf rückblickend im November 1942.
Alexander Schmorell ist glücklich, in der früheren russischen Heimat seiner Familie zu sein. »Die Welt muss anders werden, russischer«, schreibt er an seine Eltern voller Begeisterung. Vom Bolschewismus distanziert er sich aber ebenso wie vom Nationalsozialismus. Russland und seiner Zivilbevölkerung begegnen Schmorell, Scholl und Graf mit großer Offenheit. Sie knüpfen persönliche Kontakte zu Russen und verstoßen damit gegen militärische Vorschriften. Sie weigern sich, die Russen als Feinde zu betrachten. Die NS-Diktatur jedoch verlangt vom Einzelnen bedingungslosen Gehorsam.
Nach ihrer Rückkehr aus Russland gründen die Freunde »Die Weiße Rose«. Der Name der nach dem Titel der ersten vier Flugblätter benannten Widerstandsgruppe sei willkürlich gewählt, sagte Hans Scholl später im Gestapo-Verhör. Er sollte »einen guten Klang haben, hinter dem aber ein Programm steht«.
Vom Widerstandskreis der Weißen Rose werden sieben Personen von der NS-Justiz ab Februar 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Rund 60 Mitstreiter werden in mehreren Prozessen angeklagt und zum Teil zu langen Haftstrafen verurteilt.
Einziges noch heute lebendes Mitglied der Gruppe ist Traute Lafrenz, die in die Hamburger und Münchner Aktivitäten involviert war. Sie lebt in South Carolina, USA.

Termine

Sa 29. Oktober 2022 20.00 Uhr Stadthalle Vohenstrauß » Tickets kaufen
Fr 4. November 2022 20.00 Uhr Stadthalle Vohenstrauß » Tickets kaufen

Besetzung

Hans: Julian Kühndel
Alex: Oliver Reinhardt
Christel: Saskia Lang
Willi: Barbara Kießling
Huber: Uli Scherr
Sophie: Antonia Striegan
Traute: Sophie Huber
Clara Huber: Carmen Puhane
Erzähler: Johannes Lukas
Erzähler: Katrin Bast

Regie: Doris-Hofmann
Bühne / Ausstattung: Tanja Jackwerth
Kostüm: Eva Schwab
Maske: Saskia Lang und Team
Technik: Ralf Grimaldi
Requisite/Bühnenbau: Stefanie Gallitzendörfer
Bühnenmalerei: Julia Ludwig

Pressestimmen

Meisterlich umgesetzt ... Eine bewegende Ensemble-Leistung ... Mit dieser leidenschaftlichen, einfühlenden Inszenierung hat es das Landestheater Oberpfalz (LTO) einmal mehr geschafft, sich ins Pflichtprogramm der regionalen Bühnenlandschaft zu spielen. — Der Neue Tag, 07.07.2019