Noch nie dagewesenes Ausmaß – Produktion zur Geschichte der Maxhütte verschoben

Nach reiflicher Überlegung sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Inszenierung zur Geschichte der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg vorerst verschieben – ursprünglich war die Premiere für die Sommerfestspiele 2022 geplant.

In Zusammenarbeit mit einer Jury haben wir uns nach einer Ausschreibung und einem Autorenwettbewerb mit mehreren Auswahlrunden im vergangenen Herbst für ein junges Autorenduo entschieden. „Es waren mehrere sehr interessante und sehr unterschiedliche Konzepte in der Endauswahl. Wir haben uns dann in der Jury nach intensiven Diskussionen für den Entwurf von Sebastian Kamm und Dominik Tremel entschieden, weil wir ihn sowohl inhaltlich wie künstlerisch am spannendsten fanden – inhaltlich vor allem durch die Idee, als Rahmenhandlung die letzte Nachtschicht an einer Tankstelle zu wählen, die ein ehemaliger Stahlwerker nach der Schließung der Maxhütte übernommen hat, und formal durch die geplante Umsetzung als Mischung von Schauspiel mit experimentellem Musiktheater.“, so Till Rickelt, der künstlerische Leiter beim LTO. Dominik Tremel arbeitet als Komponist und Arrangeur für Schauspielmusik an verschiedenen Theatern in Deutschland und Prag, außerdem entwickelt er Hörspiele und Filme und gibt Workshops zur experimentellen Musik. Sebastian Kamm feierte 2018 sein Debüt als Theaterregisseur, es folgten Tätigkeiten als Produktionsleiter am Theater an der Rott. Mit Beginn der Spielzeit 20/21 wurde er dort der Referent des Intendanten. Beide Autoren konnten bei einer Exkursion nach Sulzbach-Rosenberg bereits Maxhütten-Luft schnuppern und erste Eindrücke sammeln. Das Konzept sieht vor die letzte Schicht der Maxhütte in einem Singspiel zu behandeln. Spielort wird eine fiktive Tankstelle in Sichtweite des Werkes, über die der Hochofen – sinnbildlich für den Einfluss der Maxhütte auf die Region – wacht. Das Singspiel soll explizit kein Musical werden, sondern sich vielmehr an Arbeiterlieder anlehnen und auch Elemente wie Metall und Werkzeuge einbinden, die sich auf dem Gelände finden. In der musikalischen Umsetzung ist auch Platz für lokale Musiker und Chöre, die die Profis unterstützen – auch hier knüpfen wir direkt an die Geschichte der Maxhütte und die Tradition der Werkskapellen, wie es eine in der Maxhütte gab, an.

 

„Wir haben den Autorenwettbewerb bewusst offen gestaltet und sind bei den eingereichten Konzepten überrascht worden. Nach Gesprächen mit allen unseren Gewerken haben wir allerdings auch schnell gemerkt, dass das Gewinner-Konzept bis zum Sommer nicht umsetzbar gewesen wäre. Wir brauchen auf dem Gelände mehr Schauspieler, mehr Technik, ein größeres Bühnenbild als wir es normalerweise brauchen und uns hat auch die Idee gefallen, die Region einzubinden – noch mehr, als wir es zum Beispiel bei den Sommerfestspielen sowieso schon machen. Das Ergebnis wird größer als alles, was es bisher in der Geschichte des LTO gab und deswegen verschieben wir die Premiere auf Sommer 2024. Die Planungen und Gespräche laufen aber natürlich weiter. Hinter einer Inszenierung in der Größe steckt jede Menge Arbeit.“, erklärt Wolfgang Meidenbauer, der Geschäftsführer des LTO.