Internationaler Tag für Toleranz: Burg Leuchtenberg leuchtet in Regenbogenfarben

Der Internationale Tag für Toleranz wurde am 16. November 1995 erstmalig proklamiert. Damals unterzeichneten 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO die Erklärung der „Prinzipien zur Toleranz“, die in sechs Artikel  gegliedert ist: „Die Bedeutung von Toleranz“, „Toleranz und der Staat“, „Soziale Dimensionen“, „Bildung und Erziehung“, die „Verpflichtung zum Handeln“ und die Proklamation des „Internationalen Tags für Toleranz“. Dieser hat das Ziel, „Problembewusstsein in der Öffentlichkeit zu wecken [und] die Gefahren der Intoleranz deutlich zu machen […].“

Als Zeichen unserer Unterstützung werden wir am Internationalen Tag für Toleranz (Dienstag, 16. November) den Bergfried der Burg Leuchtenberg mit der sogenannten „Progress“-Flagge anstrahlen.

Die Regenbogenfahne ist inzwischen weit verbreitet und allgemein bekannt. Doch bereits bevor sie den heutigen Bekannheitsgrad erlangte, standen die bunten Farben für Frieden, Freiheit und Toleranz. Schon in den deutschen Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts wurde die Regenbogenfahne zum Zeichen der Erneuerung des Bundes mit Gott, der Hoffnung und Veränderung. Thomas Müntzer verband mit der Verkündigung des Evangeliums sozialrevolutionäre Forderungen. Er wird wie beim Müntzer-Denkmal in Stolberg oft mit einer Regenbogenfahne in der Faust abgebildet. Eine Form der Regenbogenfahne steht für die internationale Friedensbewegung: die Bandiera della Pace wurde von Aldo Capitini entworfen und zum ersten Mal bei einem Friedensmarsch am 24. September 1961 verwendet.

Die Regenbogenfahne als Symbol für die Lesben- und Schwulenbewegung entstand 1978 in San Francisco, als Harvey Milk, der erste geoutete schwule Mann, der in den USA ein öffentliches Amt bekleidete, Gilbert Baker damit beauftragte, der queeren community ein positives Symbol zu designen. Davor wurde oft das pinke Dreieck als Symbol benutzt, mit dem Nazis in Konzentrationslagern schwule bzw. queere Männer kennzeichneten. Die erste Regenbogenfahne hatte noch zwei weitere Farben: Pink und Türkis, Pink konnte jedoch nicht als Massenware auf Fahnen gedruckt werden und als die Fahne immer bekannter wurde, wurde Türkis gestrichen, damit sie eine gerade Zahl an Streifen hatte. Jede Farbe hat eine Bedeutung: Pink stand für Sexualität, Rot für das Leben, Orange für Heilung, Gelb für die Sonne, Grün für die Natur, Türkis für die Kunst, Blau für Harmonie und Lila für Spiritualität.

Die „Progress Flag“ wurde 2017 von dem*r nichtbinären Grafikdesigner*in Daniel Quasar entworfen. Sie enthält ergänzend zur Regenbogenflagge auf der linken Seite einen Keil mit Streifen in hellblau, rosa und weiß für die Trans* Community, sowie Streifen in braun und schwarz für die BIPOC Community. Der Keil soll symbolisieren, dass noch einiges an Fortschritt (engl. progress) vor uns liegt und soll ein weiteres Augenmerk auf trans* Menschen, Schwarze und andere Personen of Color legen.

Die Burg Leuchtenberg steht seit vielen Jahren für das Landestheater Oberpfalz und ist außerdem einer der höchsten Aussichtspunkte in der Oberpfalz – einen besseren Ort hätten wir für unsere Aktion also nicht finden können. Wir danken dem Markt Leuchtenberg und Bürgermeister Anton Kappl für die Unterstützung. Das Lichtspiel wird von 19 bis 22 Uhr zu sehen sein. Wir hoffen auf einen wolkenlosen Himmel, damit die Regenbogenfarben möglichst weit zu sehen sind.

Wir freuen uns natürlich über Feedback zur Aktion: Schicken Sie uns Anregungen, Lob oder Kritik per Email an pr@landestheater-oberpfalz.de, oder markieren sie Ihre Bilder bei Facebook und Instagram mit dem Hashtag #landestheateroberpfalz. Unter allen Bildern verlosen wir Tickets für eine unserer Vorstellungen.