Das Landestheater Oberpfalz in der Corona-Krise

So wie alle Kulturbetriebe wurde auch das Landestheater Oberpfalz (LTO) aus vollem Lauf auf Null abgebremst. Wo zunächst noch die Hoffnung bestand, die Proben für die Sommerfestspiele normal weiterzuführen, mussten auch diese abgesagt werden. Wir bereiten uns nun auf alle denkbaren Szenarien vor. Bis dahin bitten wir um Geduld: genaue Aussagen zu den Sommerfestspielen können wir erst am 20. April treffen.

Die Sommerfestspiele Landestheater Oberpfalz (vormals Burgfestspiele Leuchtenberg) zählen zu den größten Festspielen in Bayern. Premieren und Vorstellungen stehen seit Monaten fest, die Kartenverkäufe liefen vielversprechend, und in den frühen Märzwochen sollten die ersten Proben beginnen. Dann kam Sars-CoV-2, und mit dem Virus die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Schnell war klar, dass die letzten Vorstellungen des Winterspielplans abgesagt werden müssen. Ein harter Schnitt, finanziell und künstlerisch – wegen der großartigen Premiere von „Willkommen bei den Hartmanns“ und der Wiederaufnahme von „Resl Unser“ im Kloster Fockenfeld, die komplett ausfallen musste. Aber das Wichtigste war, dass die Proben für die Sommerfestspiele anlaufen konnten. Für den Sommer haben wir acht Produktionen an acht Standorten geplant, mit insgesamt über 25.000 Zuschauern. Kurz darauf verkündete Markus Söder den Ausnahmezustand. Ab da war klar, dass auch die Proben abgebrochen werden müssen.

Das ist, als ob man gegen eine Wand fährt. Wir haben uns sehr schnell Möglichkeiten überlegt, wie wir trotzdem weitermachen können, z.B. durch musikalische Online-Proben für das „Weiße Rössl„. Inzwischen zeigt sich, dass diese Formate mit Abstrichen auch funktionieren, denn alles ist besser, als herumzusitzen und die Produktionen komplett auf Eis zu legen. Aber ab einem gewissen Zeitpunkt müssen sich szenische Proben zwingend anschließen.

Leider lässt die momentane Lage kaum zu, mehr als eine Woche zu planen, das ist aufreibend für uns und auch für Sie, unser Publikum. Auf dem Spiel steht viel: Im Gegensatz zu Theatervereinen, die ihre Vorstellungen absagen, aber keine substantiellen finanziellen Einbußen fürchten müssen, hängt beim LTO die Existenz von rund 20 Mitarbeitern vom Gelingen der Festspiele ab, nicht mitgerechnet die freischaffenden Künstler, denen die Gagen komplett verloren gehen könnten. Schon allein der Auf- und Abbau der Tribüne in Leuchtenberg kostet eine fast fünfstellige Summe. Deswegen bereiten wir uns auf alle Möglichkeiten vor, denkbar ist Vieles: ein Notprogramm mit reduzierten Spielterminen und Premieren, ein Ausweichen auf alternative Spielstätten, eine Ausdehnung der Festspiele in den August oder leere Plätze zwischen den Zuschauern, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Nur im äußersten Notfall werden wir die Festspiele absagen. Denn wir wissen, dass Sie sich noch mehr als bisher über gutes Theater freuen, wenn die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden. Wir tun alles – immer in Absprache mit den zuständigen Behörden – was in unserer Macht steht, um Ihnen im Sommer ein unterhaltsames Programm zu bieten. Doch noch müssen wir alle uns in Geduld üben. Am 20. April werden wir genau wissen, wie es weitergeht und wie die Sommerfestspiele aussehen werden.

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